#UNSCHLAGBAR

16 Tage: Finger in die Wunde legen und Gewalt an Frauen und Mädchen stoppen

Austrian Development Agency

Häusliche Gewalt

braucht die Dunkelheit. Nur dort kann sie wachsen. Bekommt sie keine Aufmerksamkeit, breitet sie sich aus. Ähnlich einer Wunde. Doch anders als eine Wunde kann man häusliche Gewalt stoppen, wenn nur genug Menschen hinsehen, wenn genug Menschen aktiv werden und den Finger in die Wunde legen.

Über die #16DAYS

Die #16DAYS gegen geschlechtsspezifische Gewalt finden im Jahr 2021 zum 30. Mal vom 25. November, dem Internationalen Tag für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen, bis zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, statt.

Warum Frauen besonderen Schutz benötigen

„Global gesehen, widerfährt jeder dritten Frau Gewalt – meistens durch den Partner oder nahestehende Verwandte. Allein in Österreich verzeichnen wir in diesem Jahr bereits 28 Frauenmorde. Das Problem ist akut und betrifft uns alle“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. Das Risiko von Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist überall hoch und kann jede Frau betreffen – sowohl im öffentlichen und im privaten Bereich. Gewalt hat viele Gesichter: Da ist zum einen die physische und psychische Gewalt, sexualisierte Gewalt, häusliche Gewalt, aber auch ökonomische Gewalt – und eben die nicht an einem einzelnen Gewalttäter festzumachende strukturelle Gewalt. COVID-19 hat vielerorts zu mehr Gewalt geführt: Frauen weltweit berichten uns, dass sie durch Lockdowns und deren Folgen mehr Gewalt erleiden (siehe hier).

Wenn gewaltsame Konflikte ausbrechen, wenn Menschen in Massen fliehen, verlieren Frauen und Mädchen oft den Schutz durch ihre Familien und Dorfgemeinschaften und werden leicht Opfer sexualisierter Übergriffe. In der Demokratischen Republik Kongo zum Beispiel gehen Schätzungen nach zwei Jahrzehnten Flucht und Gewalt von über einer Million vergewaltigter Frauen aus. Was bleibt sind schwere Verletzungen – an Körper und Seele. Häufig werden die Frauen danach von ihren Ehemännern und den Dorfgemeinschaften verstoßen und müssen mit den Folgen alleine zurechtkommen. „Das Leid, das viele Frauen und Mädchen erfahren, ist unermesslich“, berichtet Stépha Rouichi, die als CARE-Helferin in der DR Kongo tätig ist.

CARE setzt sich für mehr Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau weltweit ein. Das Ziel ist, Frauen Bildung, Einkommenssicherung, politische Teilhabe und ein gesundes Leben zu ermöglichen. Stärkung und Unterstützung von Frauen und Mädchen in Not ist ein wesentlicher Schritt, um mehr Gleichberechtigung für Frauen weltweit zu erreichen. Wie stark und #unschlagbar sie sind, erzählen uns Frauen hier und auf Instagram:

Happy, Tansania

„Ich bin #unschlagbar, weil ich mich über meine Rechte informiere und sie auch einfordere!“

Happy war von häuslicher Gewalt durch ihren Ehemann betroffen. Im Rahmen eines von CARE unterstützten Projekts wurde das Paar über die Rechte von Frauen informiert und die Gewalt zu Hause beendet. Happy hat zudem auf ihr Recht auf Besitz beharrt und bewirtschaftet heute ihr eigenes Stück Land.

Teopista, Uganda

„Ich bin #unschlagbar, weil ich durch meine Ausbildung andere Frauen vor Gewalt schützen kann.“

Teopista nimmt am CARE-Projekt WAYREP teil und erhält Schulungen in Präventionsarbeit, um die im Norden Ugandas weit verbreitete Gewalt an Frauen und Mädchen zu bekämpfen. Sie nutzt das Wissen, um Frauen, Mädchen, Männer und Burschen über Gewalt aufzuklären und, wo nötig, ihre Unterstützung anzubieten. 

Likicho, Uganda

„Ich bin #unschlagbar, weil mein Mann eingesehen hat, dass ich Freiheit brauche.“

In Arua (Uganda) wurde Frauen vielfach das Recht verweigert, an Aktivitäten außerhalb der eigenen vier Wände teilzunehmen. Durch Kurse für Frauen, die im WAYREP-Projekt abgehalten werden und die über geschlechtsspezifische Gewalt informieren, hat sich das geändert. Das war auch bei der 30-jährigen Likicho Arafa so. Sie hat beschlossen, unabhängig von der Zustimmung ihres Ehemanns an den Aktivitäten von WAYREP teilzunehmen und einer Spargruppe beizutreten. Ihre Entschlossenheit hat Eindruck gemacht – ihr Mann unterstützt sie seitdem. Er hat sich auch für sein früheres Verhalten entschuldigt.

Farah, Syrien

„Ich bin #unschlagbar, weil meine Motivation, Gewalt gegen Frauen zu beseitigen unendlich ist.“

Farah lebt in einem Flüchtlingslager in Idlib. Sie hat sich zur Krankenpflegerin ausbilden lassen. Durch Syria Relief and Development (SRD), einem lokalen Partner von CARE, lernt sie über geschlechterspezifische Gewalt und gibt dieses Wissen an Betroffene weiter.

Lara, Jemen

„Ich bin #unschlagbar, weil ich die wichtigen Entscheidung meines Lebens selbst treffe.“

Lara verließ ihren Mann, nachdem sie wiederholt häusliche Gewalt erfahren musste. Ihre Familie war mit dieser Entscheidung nicht einverstanden. Lara hat zudem mit einem Tumor zu kämpfen. Ihr fehlen aber die finanziellen Mittel für eine Behandlung. Im Rahmen eines CARE-Projekts zur wirtschaftlichen Stärkungen von Frauen, hat sie einen Kredit erhalten und wird nun ihr eigenes Unternehmen aufbauen.

Nary, Kambodscha

„Ich bin #unschlagbar, weil ich mich traue ganz offen über sexuelle Belästigung zu sprechen!“

Nary erfuhr an ihrem Arbeitsplatz regelmäßig sexuelle Gewalt und Belästigung durch Kunden. Durch ihre Arbeit als Sozialarbeiterin hilft sie heute anderen Frauen in einer ähnliche Situationen. CARE unterstützt sie in ihrer Arbeit finanziell und durch Weiterbildungen.

Elena, Guatemala

„Ich bin #unschlagbar, weil ich bei der Diskriminierung von Frauen nicht einfach wegschaue!“

Gemeinsam mit ihren Schwestern erfuhr Elena bereits in jungen Jahren häusliche Gewalt durch den Vater. Ihre Mutter ermutigte die Töchter, ihren eigenen Weg zu gehen. Heute produzieren und verkaufen sie im Rahmen einer Assoziation gemeinsam Kleidung. Sie unterstützen damit aktiv zahlreiche Frauen auf dem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit.

Die CARE-Kampagne #UNSCHLAGBAR

wurde pro bono entworfen von der mehrfach ausgezeichneten Werbeagentur Wien Nord Serviceplan. Der Fokus der Kampagne liegt auf Social Media. „Wir pflanzen einen Schockmoment in den alltäglichen Social Media Content der UserInnen und das so konkret, dass es jeder versteht“, sagt Edmund Hochleitner, Geschäftsführer Wien Nord Serviceplan. „Indem wir die Thematik unmittelbar aufs Smartphone holen, zeigen wir, dass jede/r Einzelne die Lösung des Problems in der Hand hat.“ Als Digital Artist zeichnet Mladen Penev für die Animation verantwortlich, die Fotografie stammt von Philipp Schönauer.

WAYREP

CARE hat sich bis 2030 zum Ziel gesetzt, die Gleichstellung von 50 Millionen Frauen und Mädchen voranzutreiben, ihre Rechte zu fördern und geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist auch ein großes Problem im Norden Ugandas. CARE Österreich und die Austrian Development Agency (ADA) reagieren darauf mit Maßnahmen, die Frauen stärken und ihnen zu einem selbstbestimmten Leben in Sicherheit verhelfen sollen.

Es ist eines der umfangreichsten Projekte der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit: Das Women and Youth Resilience Project (WAYREP). Darin unterstützt CARE Frauen und Mädchen sowie junge Männer in Flüchtlingscamps und Städten im Norden Ugandas bei der Verwirklichung ihrer Rechte – etwa mit Spargruppen und Trainings. Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat zwei Hauptursachen: Ungleichheit der Geschlechter und die Armut, die durch Vertreibung und Flucht verschärft wird. Wenn Frauen und Mädchen ein besseres Einkommen erwirtschaften können, sie im Falle von Gewalt Unterstützung erfahren, und in den Gemeinden die Akzeptanz von Gewalt abnimmt, ist das Risiko von geschlechtsbasierter Gewalt sowie ausbeuterischen Arbeitsformen deutlich kleiner, die Eigenständigkeit von Frauen hingegen erhöht.

WAYREP bedeutet:

Nachhaltiges Einkommen

Nachhaltiges Einkommen für ein unabhängiges Leben

Weniger Akzeptanz für Gewalt

Weniger Akzeptanz für Gewalt an Frauen und Mädchen

Hilfe für Opfer

Hilfe für Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt

Schutz der Rechte

Politik zum Schutz der Rechte von Frauen und Mädchen

Persönliche Eindrücke auf www.care.at

Ich habe mich gegen meinen Mann durchgesetzt

Ich wurde von meinem Freund mit HIV angesteckt

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Ausgewählte Inhalte auf dieser Website sind Teil von WAYREP, einer strategischen Partnerschaft zwischen CARE Österreich und der ADA (Austrian Development Agency). Das Women and Youth Resilience Project (WAYREP) unterstützt Frauen und Mädchen sowie junge Männer in Norduganda bei der Verwirklichung ihrer Rechte durch sozio-ökonomische Stärkung, Aufbau von Widerstandsfähigkeit und Abbau von geschlechtsspezifischer Gewalt (GBV).